K. A. P. Technik   

 

 

 


 

Als RIG bezeichnet man die Vorrichtung in der Drachenschnur, an der die Kamera und die Technik zur Steuerung montiert wird.

 

 

Am Anfang sollte alles so einfach wie möglich und auch kostengünstig sein. Ich wollte die vorhandene Kamera verwenden und vorerst auf Funktionen wie Schwenken und Auslösen per Fernsteuerung verzichten.

 

Leider stellte sich raus, dass ich mein NIKON D40 nicht so programmieren kann, das sie über einen bestimmten Zeitraum eine gewisse Anzahl an Bilder macht. Außerdem ist die D40 ziemlich schwer.

 

Die Entscheidung für eine “Zweitkamera“ viel zu Gunsten der CASIO EX G-1 aus. Schock- & Vibrationsgeschütz, wasserdicht bis 3m, ohne ein zusätzliches Gehäuse und bis zu 30 Minuten programmierbar, Bilder im Abstand von 3 bis 10 Sekunden zu machen. Also perfekt. 

 

 

- - - - R I G 1 - - - - 

Der Rahmen besteht aus 1,5mm und 2,0mm Aluminiumprofilen aus dem Baumarkt. Die 4 Stativbeine sind aus 2,5mm GfK-Stäben aus dem Drachenzubehör.

 

Auch auf eine Picavet-Aufhängung, mit der sich die Kamera dem Leinenwinkel anpassen kann, habe ich am Anfang verzichtet. Diese RIG ermöglicht nur den Blick nach unten. Am Drachen wurden 4 einfache Schlaufen direkt an den Streben befestigt und die Schnüre der RIG werden einfach und schnell vor Ort mit Wirbelkarabinern aus dem Angelsport eingehängt.

 

Die Idee erschien mir gut, war aber in der Praxis nicht ideal. Direkt am Drachen montiert, veränderte sich der Schwerpunkt zu stark. Der CODY_30 flog lange nicht mehr so stabil. Die RIG in den Schwerpunkt zu bekommen ist mit viel Gefummel verbunden. Der bessere Weg ist also doch die aufwendigere Picavet-Aufhängung in der Schnur.

 

 

 

 


 

 

 

- - - - R I G 2 - - - - 

Nach kurzen Erfahrungen mit der RIG-1 nun also hier eine einfache RIG mit Picavet-Aufhängung. Wer an den Rollenblöcken interessiert ist, finden weiter unten ausführliche Infos.

 

An den Flügelmuttern ässt sich die Kamera nun von oben nach unten ca. 45° einstellen und  an der Traverse kann man eine horizontale Einstellung von 360° wählen. Das könnte man später  erweitern und über eine Fernsteuerung anlenken. Für die ersten Bilder wird es aber wohl auch ohne gehen.


 

 

Schön zu sehen, die Schnurführung der Picavet-Aufhängung. So bleibt die RIG ständig, bei jeder Bewegung des Drachens, parallel zum Boden.

 

 

 

Hier am Kreuz reichen Augenschrauben M3 völlig aus, die Nylonschnur rutscht leicht durch die Ösen. Gut zu sehen der 360°-Drehpunkt und die Einstellmöglichkeit an den Flügelmuttern. Gesamtgewicht, ohne Kamera 187g.

 

 

 

Diese Nylonschnur ist 7 Meter lang und 1,5mm im Durchmesser. Es ist eine einfache Maurerschnur mit 20Kg Bruchlast aus dem Baumarkt.

 

 

 

Umstieg auf eine schwarze Waagenschnur aus dem Drachenbau. Rutscht noch besser. Die leichte Kamera pendelt so noch besser aus. [ Foto: M. Kraft ]

 

 

 

 

- - - - R I G 3 - - - -

Bei der RIG-2 war alles reiner Zufall. Blickwinkel, Richtung und Neigung wurden am Boden geschätzt und konnten nur korrigiert werden, nachdem man den Drachen zu Boden geholt hatte und die Bilder durchsah. Für den Anfang OK, aber das geht noch besser.

 

Mein Ziel: Unabhängig sein und wenig Gepäck haben. Bei einer RC gesteuerten RIG wird es deutlich aufwendiger. Eine Person alleine kann nicht gut sicher den Drachen führen und die Fernsteuerung bedienen. Ein K.A.P.-Partner ist ratsam.

 

Ich entschied mich Anfang 2012 für die AuRiCo ( Automatik RIG Control ) von Herrn Peter Engels. Mit dieser Steuerung kann man über ein 10poliges Mäuseklavier Drehung, Neigung & den Auslöser sehr vielfältig einstellen.

 

P. Engels bietet hier eine kleine & leichte Steuerung zu einem fairen Preis an. Die Anleitung als PDF beschreibt ausführlich, welche Kombinationen der Mini-Schalter welchem Zeitintervall entsprechen. Man kann die Kamera per Auslöseservo betätigen, oder wie ich einen Intervalmodus der Kamera nutzen. Verschiedenen Neigungen stehen zur Verfügung. Die Drehungen, bzw. der jeweilige Drehwinkel hängt von der Getriebeübersetzung und der Zeit ab, die der Servo angesteuert wird. Alles einstellbar.

 

 

 

 

Seitlich an der RIG gut zu erkennen die kleine AuRiCo. Alle weiteren Komponenten, Aluprofile, Servos & Zahnräder sind handelsübliche Ware aus dem Baumarkt und Modellbauläden.

 

 

 

 

Was man machen muss, einen Servo umbauen !! Dieser lenkt von Natur aus +/-45° und wird hier modifiziert als “Schrittmotor“ für die 360° Drehung. Hierzu findet man einige Anleitungen über die Lieblingssuchmaschine unter dem Stichwort “360° Servo“.

 

 

 

 

Ergebnis zum Testlauf am 13.05.2012:

Insgesamt 9 Drehungen a 40° über einen Zeitraum vom 16 Minuten. Auf jeder Position 4 Neigungen: 0° / 16° / 45° / 60°. Bei jeder Neigung werden 2 Bilder gemacht. Da die erste Einstellung dem Aufstieg sozusagen zum Opfer fällt, lasse ich 10 Drehungen zu. Also die erste Position noch einmal, aber in der richtigen Höhe. So kommen dann in ca. 20 Minuten ca. 108 Bilder auf die Speicherkarte.

  

 

 

 

 

Die RIG-3 wiegt 375g die Kamera 150g, damit kommen wir hier auf ein Gesamtgewicht von nur 525g.

 

 

 

- - - - Haspel - - - -

Von meinen Lenkdrachen war ich bisher nur kleine Mengen Schnur gewohnt, 2x30 Meter sind recht handlich.

Die “Unmenge“ an Schnur für die Einleiner die ich nun in den Händen hielt war eine ganz andere Hausnummer. Eine Kunststoffrolle mit 100 Meter Nylonschnur, 3,5mm im Durchmesser und einer Bruchlast von 220Kg hat doch ein recht ordentliches Volumen. Aber wohin damit ?

 

Sicher ich hätte auf eine Dyneema Schnur ausweichen können, da ist das Volumen um einiges kleiner und die Schnur an sich auch leichter. Aber die Nylonschnüre haben eine bessere Dehnung und sind sicherer in der Handhabung. Da kann man schon mal mit Handschuhen in die Schnur greifen.

 

Außerdem wollte ich generell die Möglichkeit haben, meine Schnüre bequem aufrollen zu können. Das man mit einer solchen Haspel bei mehr als 2,5 Windstärken weder einen CODY, noch die KAP-Foil 5 vom Himmel kurbeln kann, ist klar.

 

Nach einigen Recherchen im Internet kamen einige Arten von Haspeln zum Vorschein. Vom ganz simplen, Holzbrett mit zwei Griffen, bis hin zu High-Tec-Reels aus dem Kite-Sport.

 

Mich trieb es erneut in den Hobbykeller, das Ergebnis kann sich sehen lassen. Durchmesser 200mm, Breite 65mm, zweifach Kugelgelagert. Material 10mm Multiplex Birke.

 

 

 

 

 

        

Wie hier deutlich zu sehen, gehen die 100 Meter Nylonschnur lose aufgewickelt gut auf die Rolle. Ein Test ergab, das auch 200 Meter Dyneema / 150Kg locker auf die Haspel passen.

 

 

 

- - - - Rollenblöcke - - - -

Bei der Aufhängung einer Foto-RIG hat sich die freipendelnde Picavet-Aufhängung scheinbar durchgesetzt. Man kann diese mit Aluminiumringen, Schlüsselringen usw. aufbauen. Der Aufbau mit kleinen Rollenblöcken aus dem Modellyachtzubehör erschien mir Anfangs zu aufwendig und auch zu teuer.

 

Was ich allerdings nach einem Vergleich sagen muss, bei einer leichten Kamera, wie meiner CASIO EX G-1, pendelt es sich mit den Rollenblöcken bedeutend besser, wie die erste Variante mit Aluringen und Schraubösen. Allerdings wollte ich mir die teuren Miniaturrollenblöcke aus dem Internet noch immer nicht gönnen.

 

Hier meine Eigenbauvariante: Rollendurchmesser 14mm, Rollen aus Kunststoff, handelsüblicher Wirbelkarabiner. Achse 2,5mm, Gewinde M2,5. Seitenteile aus 1mm Alublech. Länge ohne Wirbelkarabiner 40mm, Gewicht mit Wirbelkarabiner 10g/Stck. 

 

 

 

 

 

    

 

- - - - Schnurpoller - - - -

Wer kennt es nicht, man braucht nicht die ganze Drachenleine und möchte die Rolle mit der restlichen Schnur auch nicht stundenlang festhalten.  Einen Knoten, der sich immer fester zieht, kann man hier genauso wenig gebrauchen wie eine langwierige, umständliche Lösung. Schnell & einfach muss es gehen.

 

Da kam mir die Idee, den Doppelpoller der Schiffe in klein als Schnurpoller zu benutzen. Geht super, je nach Windstärke und Schnur mehr oder weniger belegen und auch genauso leicht wieder zu lösen. Wie beim Schiff, so lange Zug drauf ist, ist alles OK.

                 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

- - - - Zugentlastung - - - -

Um Stöße vom Drachen und somit von der Kamera fernzuhalten habe ich ein Federelement aus dem Segelsport entfremdet. Es ist eine Feder mit einem Durchmesser von ca. 3cm und einer Gesamtlänge von ca. 25 cm.

 

 

Bei ruckartigen Veränderungen der Windstärke kann man deutlich die Federbewegung erkennen, die Kamera hängt ruhiger und die Nähte des Drachen werden auch geschont.

 

 

 

 - - - - R I G 4 - - - - 

 Was ich Anfangs noch nicht wollte, weil mir der Aufwand zu groß war, sollte nun umgesetzt werden.

Eine steuerbare RIG mit einem kleinen Monitor am Boden, um den Bildausschnitt kontrollieren zu können.

 

 

  

 

Der Rahmen wieder aus Aluminium, Servos HS-311 der Firma Hitec, ein NiMh Akku mit 1800mA, eine GoPro 4 Silver, eine FlyCam One HD 5,8Ghz inkl. 2,5" Display und eine Fernsteuerung im 2,4GHz Bereich

 

 

 

 

Der Hebelarm war etwas zu lang, die GoPro mit FlyCam Sender etwas zu schwer . . . . so schaffte der HS-311 Servo es leider nicht eine langsame und gleichmäßige Bewegung / Neigung auszuführen. Also noch mal, kürzer, leichter, weg mit dem Getriebe.

 

 

 

 

 

- - - - R I G 5 - - - -

Gleiches Thema wie bei der RIG 4, aber ohne das Getriebe, dafür mit stärkerem Servo für die Neigung und insgesamt etwas leichter. Auch die Übersetzung der Drehung wurde verändert, um etwas feinfühliger schwenken zu können.

 

 

 

 

 Die gesamte RIG wiegt jetzt 755g und somit 230g mehr als die altbewährte RIG 3. Die Bildübertragung der FlyCam One soll eine Reichweite von 300m haben.

 

 

 

 

 

 

 

Bei dieser RIG habe ich nun auch das erste mal die recht teuren Rollenblöcke des Herstellers KDH verwendet und eine noch dünnere Schnur. Ergebnis: Rollt super leicht und gleicht jede Veränderung der Lage sofort aus.

 

 

 

 

 

Der Neigungsservo ist diesmal ein Bluebird Typ BMS-620MG, wesentlich stärker als der HS-311.

 

 

 

 

 Multiplex COCKPIT SX mit dem 2,5" Monitor der FlyCam One HD.

 

Wegen der zusätzlichen 230g mache ich mir eigentlich keine Sorgen, ob die KAP-Foil 5 die RIG zuverlässig trägt. Da ich aber neugierig bin, habe ich eine gebrauchte KAP-Foil 8 erstanden.

 

Bin gespannt, wie diese riesige Matte sich händeln läßt.


 

 

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